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Die sardische Kunsthandwerksproduktion zeichnet sich im nationalen Bereich durch ihre Originalität, der Mannigfaltigkeit und Besonderheit der Manufakturwaren aus. Die Eigentümlichkeit des sardischen Kunsthandwerks hängt engen Verhältnis, das es im Laufe der Jahrhunderte mit der echtesten Volkstraditionen erhalten hat, ab. Tradition, die sich trotzdem auch durch das bestangige Austauschverhältnis mit den Ausdrücken der kultivierten Kunst entwickelt hat. Die sardischen Handwerkswaren, die ursprünglich als wichtige Gegenstände des täglichen Gebrauchs entstanden, wurden mit der Zeit immer häuflger mit raffinierteren Ornamenten verziert. Die Kunsthandwerksproduktion ist heute fast völlig dem Handel bestimmt, dank auch der Schutz- und Förderungsarbeit der I.S.O.L.A. (Sardisches Institut für die Organisation der Handwerksarbeit) seit 1957.
Die verwendeten Stoffen werden aus der Pflanzen-und Tierwelt gewonnen, wie der Asphodill, die Palme, Wolle, Knochen und Tonerde. Auch die Farbstoffe Sind alle natürlich. Die wiederkehrenden Motive der Verzierungen zeichnen stilisierte Flora-und Faunaelemente, kosmologisch - und manchmal einfach geometrische Zeichen. Die lebendigsten Bereiche betreffen die Weberei, die Keramik, die Holzschneidekunst,
die Goldschmiedekunst. Die Korallverarbeitung (mit der Küstenfischerei verbunden, besonders am Litoral von Alghero), die Messerwaren (in den Innengebieten) und die Korkwaren gehören zu den typischen Produktionen der Insel.

Hauptbereiche des sardischen Kunsthandwerks

Kunstkeramik
Die Ursprünge der Tradition des Keramikhandwerks gehen in Sardinien
auf die nuragische Zeit zurück. Noch heute bilden die Gestalten der Manufakturwaren die sehr antiken Formen proto-sardischer Gegenstande des täglichen Gebrauchs nach: Krüge, Ziegeln, Fläschchen und Nahrungsmittelgefäße.
In den Werken der zeitgenossischen Künstler verschmelzen sich archaische Elemente und moderne Motive. Die typischsten Keramikwaren, die meistens in Assemini. Oristano, Siniscola und Dorgali hergestellt werden, werden heute in einem gelb-grünen Farbton glasiert. Kennzeichnend für Cagliari, Cabras und Sassari ist hingegen Die weiße Majolika.
Kupferwaren
Isili (NU) ist das einzige Dorf in Sardinien, das sich einer Kupfer-schmiedetradition rühmen kann. Die Kupferschmiede dieses Dorfes sind die Nachfolger einer sehr geschlossenen Zunft, deren Ursprung noch heute ein Geheimnis ist. Aus der Kunst dieser Handwerker entstehen große Kessel für die Käseverarbeitung, Kellen, um die Milch abzuschäumen, und die typischen Kohlenbecken.
Goldschmiedekunst
Das von den sardischen Goldschmieden am meisten gebrauchte Metall ist das Silber. Nur kürzlich Sind allmählich das Gold und einige Schmucksteine, wie Türkise, Granate und Karneole hinzugekommen. Die Hauptverarbeitungstechnik ist das Filigran, aber auch die Schmelzung, die Treibarbeit, die Gravierung sind üblich. Die wiederkehrenden Blumenmotive charakterisieren die Formen und die Verzierungen. Nordsardinien ist für die handwerkliche Verarbeitung der roten Koralle berühmt.
Unter den bekanntesten Schmuckstücken erwähnen wir den sardischen Trauring und su lasu, einen auffälligen, schmetterlingförmigen Anhänger, der mit der Durchbruchtechnik verarbeitet wird.
Kunstweberei
Die Weberei ist die lebendigste und wichtigste Abteilung des sardischen
Kunsthandwerks. Die Textilwaren gehören zur typischen Volkstradition,
wie z.B. Decken, Wandteppiche, Tischwäsche und Einrichtungstoffe. Die
Verzierungen gehen von geometrischen Zeichnungen bis zu den sardischen Flora- und Faunamotiven, die manchmal an Wappenbilder erinnern.
Den benutzten Webstühlen gemäß, die entweder horizontal oder vertikal sein können, werden verschiedene Techniken gebraucht. Neulich wurde die geknotete Weberei eingeführt, die die moderneren Manufakturwaren
kennzeichnet.
Flechtwerkkunst
Die Vegetation der Insel, insbesondere die Sumpfpflanzen, bietet den
Rohstoff für das Handwerk der Korbflechterei und des Flechtwerks im
allgemeinen an. Wahrend früher die Handwerker nur Jagd- und Fischereiwerkzeuge oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs anfertigten, ist die Vielfalt der Manufakturwaren heutzutage auch von einem ästhetischen Gesichtspunkt aus reicher geworden und den Pflanzenfasern haben sich andere Ornamente, wie z.B. Gewebe und Brokate, hinzugefugt.
Dieser Handwerksbereich stellt hauptsächlich Korbwaren her, vor allem
In Flussio, Sinnai und in der Barbagia von Olzai und Ollolai.
Die Holzverarbeitung
Das bedeutendste Schnitzereierzeugnis ist die traditionelle sardische
Truhe (Cassapanca) aus Kastanien- oder seltener Nußbaum- und Eichenholz.
Den geographischen Gebieten gemäß greifen die Handwerker
fur ihre Verzierung geometrisch- und kosmologische Elemente (wie die
Sonne, oft in der Mitte des vorderen Paneels der Truhe) und Blumenmo-tiw auf. Weitere typische Manufakturwaren Sind is talleris. große Hackbretter, die benutzt werden, um gebratene Lämmer und Spanferkel zu servieren. Auch weitere Gegenstande des häuslichen Gebrauchs, wie Löffel, Vorlegegabeln, Gefäße für die Gewürze Sind aus Holz angefertigt.
Originelle Erzeugnisse sind auch die typischen Stempel, um das Brot zu
kennzeichnen, und die Bruyère- und Erikapfeifen, die in Laerru und Teulada hergestellt werden. Sehr interessant Sind schließlich die Holzmasken, die mit dem Karneval in Barbagia und seinen archaischen Geisterbeschörungsritualien verbunden sind.
Das Eisen
Wie die kleinen Bronzestatuen aus der nuragischen Zeit beweisen, hat
die Metallverarbeitung auf der Insel eine sehr antike Tradition, durch die
Anwesenheit weiter und reicher Metallgebiete verstärkt. Hinsichtlich des
Eisenhandwerks ragt die Messerproduktion hervor, heute noch die beste
der Welt. Die traditionellen Herstellungszentren sind Pattada, Santulussurgiu, Arbus, Dorgali und Tonara. Charakteristisch sind auch die Feuerböke- Zangen und andere Kaminutensilien, Lampen, Betthäupter und Kandelaber, neben einer großen Menge von Gegenständen aus Schmiedeeisen, deren Formen aus die Tierwelt aufgegriffen sind.

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