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Kunstkeramik
Die Ursprünge der Tradition des Keramikhandwerks gehen in Sardinien auf die nuragische Zeit zurück. Noch heute bilden die Gestalten der Manufakturwaren die sehr antiken Formen proto-sardischer Gegenstande des täglichen Gebrauchs nach: Krüge, Ziegeln, Fläschchen und Nahrungsmittelgefäße.
In den Werken der zeitgenossischen Künstler verschmelzen sich archaische Elemente und moderne Motive. Die typischsten Keramikwaren, die meistens in Assemini. Oristano, Siniscola und Dorgali hergestellt werden, werden heute in einem gelb-grünen Farbton glasiert. Kennzeichnend für Cagliari, Cabras und Sassari ist hingegen die weiße Majolika.
Kupferwaren
Isili (NU) ist das einzige Dorf in Sardinien, das sich einer Kupfer-schmiedetradition
rühmen kann. Die Kupferschmiede dieses Dorfes sind die Nachfolger einer sehr geschlossenen Zunft, deren Ursprung noch heute ein Geheimnis ist. Aus der Kunst dieser Handwerker entstehen große Kessel für die Käseverarbeitung, Kellen, um die Milch abzu- schäumen, und die typischen Kohlenbecken.

GoldschmiedekunstDas von den sardischen Goldschmieden am meisten gebrauchte Metall ist das Silber. Nur kürzlich Sind allmählich das Gold und einige Schmucksteine, wie Türkise, Granate und Karneole hinzugekommen. Die Hauptverarbeitungstechnik ist das Filigran, aber auch die Schmelzung, die Treibarbeit, die Gravierung sind üblich. Die wiederkehrenden Blumenmotive
charakterisieren die Formen und die Verzierungen. Nordsardinien ist für die handwerkliche Verarbeitung der roten Koralle berühmt.
Unter den bekanntesten Schmuckstücken erwähnen wir den sardischen Trauring und su lasu, einen auffälligen, schmetterlingförmigen Anhänger, der mit der Durchbruchtechnik verarbeitet wird.

Kunstweberei
Die Weberei ist die lebendigste und wichtigste Abteilung des sardischen
Kunsthandwerks. Die Textilwaren gehören zur typischen Volkstradition, wie z.B. Decken, Wandteppiche, Tischwäsche und Einrichtungstoffe. Die Verzierungen gehen von geometrischen Zeichnungen bis zu den sardischen Flora- und Faunamotiven, die manchmal an Wappenbilder erinnern. Den benutzten Webstühlen gemäß, die entweder horizontal oder vertikal sein können, werden ver-schiedene Techniken gebraucht. Neulich wurde die geknotete Weberei eingeführt, die die moderneren Manufakturwaren kennzeichnet.

Flechtwerkkunst
Die Vegetation der Insel, insbesondere die Sumpfpflanzen, bietet den Rohstoff für das Handwerk der Korbflechterei und des Flechtwerks im allgemeinen an. Wahrend früher die Handwerker nur Jagd- und Fischereiwerkzeuge oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs anfertigten, ist die Vielfalt der Manufakturwaren heutzutage auch von einem ästhetischen Gesichtspunkt aus reicher geworden und den Pflanzenfasern haben sich andere Ornamente, wie z.B. Gewebe und Brokate, hinzugefugt.
Dieser Handwerksbereich stellt hauptsächlich Korbwaren her, vor allem
In Flussio, Sinnai und in der Barbagia von Olzai und Ollolai.

Die Holzverarbeitung
Das bedeutendste Schnitzereierzeugnis ist die traditionelle sardische Truhe (Cassapanca) aus Kastanien- oder seltener Nußbaum- und Eichenholz. Den geographischen Gebieten gemäß greifen die Handwerker fur ihre Verzierung geometrisch- und kosmologische Elemente (wie die Sonne, oft in der Mitte des vorderen Paneels der Truhe) und Blumenmotiv auf. Weitere typische Manufakturwaren sind Is talleris große Hackbretter,
die benutzt werden, um gebratene Lämmer und Spanferkel zu servieren. Auch weitere Gegenstande des häuslichen Gebrauchs, wie Löffel, Vorlegegabeln, Gefäße für die Gewürze Sind aus Holz angefertigt.
Originelle Erzeugnisse sind auch die typischen Stempel, um das Brot zu kennzeichnen, und die Bruyère- und Erikapfeifen, die in Laerru und Teulada hergestellt werden. Sehr interessant Sind schließlich die Holzmasken, die mit dem Karneval in Barbagia und seinen archaischen Geisterbeschörungsritualien verbunden sind.

Das Eisen
Wie die kleinen Bronzestatuen aus der nuragischen Zeit beweisen, hat die Metallverarbeitung auf der Insel eine sehr antike Tradition, durch die Anwesenheit weiter und reicher Metallgebiete verstärkt. Hinsichtlich des Eisenhandwerks ragt die Messerproduktion hervor, heute noch die beste der Welt. Die traditionellen Herstellungszentren sind Pattada, Santulussurgiu, Arbus, Dorgali und Tonara. Charakteristisch sind auch die Feuerböke- Zangen und andere Kaminutensilien, Lampen, Betthäupter und Kandelaber, neben einer großen Menge von Gegenständen aus Schmiedeeisen, deren Formen aus die Tierwelt aufgegriffen sind.


 

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